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"merkwürdiges" 45.Fotoalbum;) / Comet135 Bildkommentar:
Es
war das Jahr 1977. Ich lebte seit 1972 in einem Kinderheim, in der
Nähe von Lübeck (Bad Segeberg, Bad Oldesloe etc.). Ich war
1977 zwölf Jahre alt und schaute gerade einen Zeichentrickflim bei
mir in
meiner Gruppe. Als der Film zu Ende war, ging ich raus, um zu spielen.
Als ich draussen angekommen war, hob gerade ein Rettungshubschrauber
von unserem Heimgelände ab. Ich rannte zur Strasse und fragte, was
passiert sei. Man erzählte mir aufgeregt, dass der Werner, Ihr
seht ihn hier auf diesem Foto, gerade schwer verunglückt sei.
Direkt vorm Heimgelände! Er war auf seinem Fahrrad unterwegs (kam
gerade vom Zahnarzt, glaube ich) und wollte gerade über die
Strasse fahren um dann aufs Heimgelände zu fahren. In diesem
Moment kam ein VW-Wagen ihm entgegen und er fuhr frontal auf dieses
Auto auf.
Er muß dieses Auto wohl übersehen haben, oder die Fahrerin des Wagens ihn! Ich weiß es nicht mehr! Er flog dann durch die Windschutzscheibe und donnerte durch die hintere Scheibe wieder auf die Strasse. Er blieb dann mit schweren Kopfverletzungen liegen. Wenige Tage später ist er im Alter von 16 Jahren gestorben...ein Teil seines Gehirns war völlig zerquetscht. Wir waren alle sehr geschockt. So etwas tragisches war in diesem Heim noch nie passiert! Kleine Unfälle schon, aber nie ist jemand von uns gestorben! Werner und ich waren zwar keine dicken Freunde, aber ich kannte ihn schon gut! Dieses Foto entstand im übrigen kurz vor seinem tragischen tot! Sein Bruder, mit dem ich jahrelang in einer Heimgruppe lebte, hat sich 1980 auf einem Spielplatz, an einem Klettergerüst, zusammen mit einem Freund erhängt. Er war unter zwanzig Jahre alt, als er starb. So verloren die Eltern innerhalb von 3 Jahren ihre zwei einzigen Kinder. Wären diese niemals ins Heim gekommen, würden beide vielleicht noch heute Leben...?! Aber was geschehen ist, ist geschehen! Leider! Ich bin froh, dass ich meine elfjährige Heimzeit gut überstanden habe und mein bisheriges Leben mal mehr, mal weniger gut gemeistert habe (aber eher mehr, als weniger!). Nicht allen Heimkindern gelingt es, nach ihrer "Entlassung" ein "normale" Leben zu führen! Einige aus meiner damligen Gruppe haben es nicht geschafft! Sie sind inzwischen tot, (immer noch) arbeitslos oder inzwischen depressiv. Traurig! |
